Kinder- und Jugend-Kulturwettbewerb “KiKuJu”
Die media-watch-Organisation “der braune mob” führte in 2007/2008 erstmals den Kinder- und Jugend-Kulturwettbwerb “KiKuJu” durch. Mitmachen konnten Schwarze Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 17 Jahren. Die Aufgabe lautete: Schreibe einen Text zum Thema “ich (b)in Deutschland”.
Inzwischen stehen die Gewinnertexte fest. Sie werden im Rahmen des nächsten Black History Month und im Internet veröffentlicht und begleiten in gebundener Form auch die Wanderausstellung “Homestory Deutschland” in verschiedene Städte Deutschlands.
Wir freuen uns mit allen Gewinner/innen (im Grunde sind alle, die mitgemacht und ihre Gedanken zu Papier gebracht haben, Gewinner!) und stellen den Siegertext bei uns online. Denn der elfjährige Samba Gueye aus Alzenau hat es unserer Meinung nach mit seinem Wettbewerbsbeitrag nicht nur geschafft, seine Situation als Schwarzer in Deutschland auf wunderbare Weise zu reflektieren. Zudem greift er ein Thema auf, das an anderer Stelle bei uns im Blog (siehe hier) bereits für heiße Diskussionen sorgte. Insofern können wir uns der Begründung der Jury nur anschließen! Aber lest selbst:
1. Platz: Samba Gueye, Alzenau, 11 Jahre
Nazi durch Bravo?
Als ich gestern mit meinem Freund Manicke die neue Bravo-CD aufgelegt hatte, freute ich mich schon auf die vielen schönen aktuellen Songs. Ich dachte mir nichts dabei und wir hörten die erste CD komplett durch. Es waren alles gute Lieder. Wir hatten gute Laune. Bis wir am letzten Lied angekommen waren. Manicke sagte: “Ich kenne das Lied, das habe ich irgendwo mal gehört, das ist voll asozial.” Aber ich war neugierig und anwortete: “Mal sehen wie es ist, ich habe es noch nie gehört.” Danach bereute ich diesen Satz.
Grauenvoll hämmerte der scheußliche Bass auf uns ein. “Blaue Augen, weiße Haut, tätowiert, breit gebaut”, Fler rappte den Refrain “ein deutscher bad boy” weiter. Wir machten den CD-Player aus.
Uns war schlecht und wir starrten leer aus dem Fenster.Nach ein paar Minuten gingen wir zu meiner Mutter und erzählten ihr alles. Sie fragte, ob sie das Lied auch einmal hören dürfte. Wir machten ihr die Stereoanlage extra laut, damit sie den Text verstehen konnte. Daraufhin erklärte sie uns, dass dieses Lied rassistisch sei. Den Rest des Tages verbrachten wir nur damit, über dieses Lied zu diskutieren.
Die Frage ist, was passiert, wenn all die anderen Kinder die Bravo-CD kaufen und dieses Lied hören. Macht sie der Beat an? Lernen sie den Text dabei mit? Sind sie dann auch stolz auf ihre weiße Haut?
Begründung der Jury
In einem Text von einer privaten Erfahrung auf eine gesellschaftliche zu schließen, diese kritisch zu hinterfragen und stimmig einzuordnen, das ist guter Journalismus.
Zumal, wenn der Text von einem Jugendlichen verfasst wurde.
Medien nicht nur zu konsumieren, sondern mit wachen Augen zu hinterfragen und die Kritik daran auch noch gut lesbar zu formulieren, das hat uns so für den Text eingenommen, dass wir ihn mit dem ersten Platz würdigen.
Ausführliche Infos rund um den Wettbewerb, alle Gewinnertexte, Fotos u.v.m. gibt es unter blog.derbraunemob.info.

Ich hör auch gerne Aggro Berlin und abundzu auch Fler. Hört euch mal das Lied von Fler an “Identität” das geht darum das man behauptet das er rassistisch ist. Also ich bin weiß und kann das net wirklich nachvollziehen wie man sich als schwarzer unter weißen fühlt, aber ich denke das es wenig bringt eine Hassparade gegen Aggro Berlin aufzubauen und dafür zu sorgen das Ihre Musik verboten wird. Ihr (Wir) solltet lieber was gegen die richtigen Nazibands unternehemen, solche die wirklich gegen Ausländer und anders veranlagte hetzen. weil dort sehe ich ein viel Größere Gefahr als Rassismus in Rap. Rap ist eine “schwarze” Musik, also wäre es absolut bescheuert wenn ein Fascho rappen würde. Ganz ehrlich. Und zu “Neger Neger” von B-thigt. B-thigt ist auch fast “schwarz” und benutzt das wort neger nur um ihm seine Macht zu nehemen. Zum Beispiel in Amiland nennen sich die “Schwarzen” auch Ni*ger und das nicht um den anderen zu beleidigen. Also wir hatten da mal vor einem Jahr so ein Jugendclub, wo auch nur Linke und so reingegangen sind un d in unserem Ort gibt es viele Faschisten. Die haben uns dann dort mit 5 auf einen verprügelt und so weiter. Der hieß bei dennen Technoschuppen obwohl wir nie Techno dadrin gehört haben. Und wir haben dann den Club in Technoschuppen umgetauft und schon war es keine Beleidigung mehr. Oder ein anderes Beispiel mein Bruder wurde früher in der schule Zeckbert genannt und jetzt is das sein Spitzname und auch keine Beleidigung mehr. Rassismus ist schlimm und beschissen und auch nicht auf die leichte Schulter zunehem ,aber zu behaupten das aggro Berlin Rassitisch ist das halte ich auch (tut mir Leid) für bescheuert. Ansonsten Find ich Brothers Keepers klasse. Und werde euch auch ab nächsten Monat mit Geld unterstützen. Dickes Respekt an euch alle. Und bitte nehmt mir das jetzt nicht übel was ich geschrieben hab.
Ich habe einen sehr interessanten Beitrag zu dem Thema meines Vorredners gefunden. Heutzutage geben sich die Rechtsextremisten nicht mehr so freimütig zu erkennen. Dabei scheint auch Hip Hop ein neues Mittel zu sein, um möglichst viele Jugendliche anzusprechen. Aus dem Untergrund in die Öffentlichkeit - hierin besteht für mich die größte Gefahr, da junge Menschen nicht mehr differenzieren können, ob und welche politische Haltung nun wirklich hinter der angebotenen Musik steckt…
http://www.tagesschau.de/inland/autonomenationalisten2.html
Hey Mädchen und Jungs beruhigt euch mal da draußen
Ich muss euch jetzt etwas sagen
In Flers Lied geht es nicht darum das er die Schwarzen nicht respektiert sondern eher anders herum wenn ihr euch mal das Label Aggro Berlin anschaut einer seiner Besten Kumpels (B-tight) ist ein halber Afroamerikaner denkt ihr er wird was gegen einer seiner “Brüder” was haben
Und noch was wahrscheinlich singt er das Lied auch weil wenn man heute auf die Straße geht Leute die Straße was ich meine Sozialwohnung ist es eine Blamage zu sagen ” Ich bin Deutsch” noch schlimmer wäre zu sagen ” Ich bin Deutsch und stolz drauf” also wer ist jetzt rassistisch gegenüber wen ? Hört euch lieber mal das Lied Türke Türke was hast du getan an das Lied ist krank und rassistisch da habt ihr was zum verbieten (würd ich auch verstehen) aber bitte Fler - deutscha badboy ist ein ganz normales Lied der auf seine Herkunft stolz ist ich mein manche sind doch auch darauf stolz lange blonde haare zu haben bin ich deswegen gleich rassistisch gegenüber brünetten ??? ach ja und sagt nicht wir starrten aus dem Fenster alles war so schlimm *heul, heul* das ist doch übertrieben gebz zu
Übertrieben mag es in den Augen derer sein, die nicht tagtäglich mit den Diskriminierungen zu kämpfen haben. Rassismus fängt nicht bei anderen, sondern vor der eigenen Haustür an. Das habe ich nun glücklicher Weise für mich selbst begriffen. An dieser Stelle, vielen Dank an “der braune mob”. Ich habe mich mit meinen Vorstellungen lange für aufgeschlossen und respektvoll gehalten. Nun muss ich mir eingestehen, dass ich vielen Vorurteilen erlegen war. Ich werde daran arbeiten, diesen Kram über Bord zu werfen und meinem Umfeld klar zu machen. Auch wenn viele es für übertrieben halten werden …
Naja…
Den ersten Preis gewinnt ein Aufsatz, der mit den Worten schließt “Sind sie dann auch stolz auf ihre weiße Haut?” und dies damit kritisieren will…
Den dritten Platz gewinnt dagegen ein Aufsatz, der die Aussage enthält “Nein sei stolz darauf braun zu sein!”
Ich frage mich, ob dies für die minderjährigen Teilnehmer verwirrend war, als es gelobt wurde, den “Rassenstolz” der Weißen als gefährlich/schlecht dar zu stellen - den der Schwarzen dagegen vorbehaltlos als gut.
Ferner frage ich mich, ob die Jury ein einheitliches Konzept zu Rassismus hat, wenn sie so zweischneidig Beurteilt.
MfG