‘BK-News‘ Archiv

Adriano Benefiz

Tuesday, den 8. June 2010

Adriano Benefiz // 12. Juni 2010 // Stadtpark Dessau // ab 14 Uhr

Dessau, Pfingsten 2000, Stadtpark. Das Laub der Bäume raschelt, ein lauer Wind weht. Es ist schon spät, als Alberto Adriano -39 Jahre, Arbeiter, Familienvater- von Freunden losgeht, die Abkürzung durch den Stadtpark wählt, plötzlich vor drei jungen Neonazis steht: Frank M., Christian R. und Enrico H.. Sie schikanieren ihn. Malträtieren ihn, mit Tritten, Schlägen und Hieben, keine Chance zu fliehen. Schließlich bleibt er regungslos am Boden liegen.

… Der Tod lacht bitter in die Dunkelheit, während zu Hause eine Familie um einen geliebten Menschen weint.

Alberto Adriano ist tot. Tot!
Warum!?

Weil er Afrikaner war, weil er Mosambikaner war, weil er ein Schwarzer war – weil er kein Deutscher war. (…)*

Adriano Benefiz

Adriano Benefiz

Am 12. Juni 2010, ab 14 Uhr, findet im Dessauer Stadtpark eine Open-Air Veransstaltung der couragierten Art statt. Anlässlich des 10. Todestages von Alberto Adriano und wider des Vergessens dieses schrecklichen Ereignisses versammeln sich eine Reihe Künstler, um gemeinsam mit den Menschen in und um Dessau den Mut aufzubringen, sich zu erinnern. Über die Macht der Musik gilt es einmal mehr, der Lethargie des Alltags zu trotzen, den Fokus auf den alltäglichen Rassismus sowie den noch immer gesellschaftlich existenten Rechtsextremismus zu richten.

Organisiert von FJM eV (Förderverein Junger Musiker) und der Dessauer afrikanischen Community ist der Support von Brothers Keepers eV selbstverständlich. Aus dem BK-Kollektiv mit dabei und auf der Bühne u.a. D-Flame, Nosliw, Abiodun (Donabi) und natürlich Adé Bantu, der als Reaktion auf den Mord an Alberto Adriano das Musikerkollektiv 2001 ins Leben rief.

Seid dabei, wenn es heißt, gemeinsam gegen das Vergessen aufzustehen!

Infos:
Offizielle Pressemeldung des FJMeV

*Auszug “Gedenken (Alberto Adriano)/2009″ by angela kamara

Meeting Harry Belafonte II

Sunday, den 7. February 2010
Harry Belafonte in Berlin (Bild: Simone Rafael)

Harry Belafonte in Berlin (Bild: Simone Rafael)

In der vergangenen Woche war der US-amerikanische Sänger, Schauspieler und Aktivist Harry Belafonte zu einer kurzen Stipvisite in Deutschland. Fast die ganze Zeit an seiner Seite, BK-Gründer Adé Bantu. Nicht ohne Grund, denn im Rahmen verschiedener Projekte ging es Belafonte vor allem darum, sich ein Bild der Problematiken “Rassismus” und “Rechtsextremismus” in Deutschland zu machen sowie die damit verbundene Verantwortung von Künstlern, “kreativen Widerstand” zu leisten. Unter anderem kam es zu einem Treffen mit weiteren BK-Künstlern (ua Nosliw, Tyron Ricketts, Dellé, QuietStorm) in den Berliner Räumen der Amadeu Antonio Stiftung. Den Gesprächen werden Aktionen folgen - aber alles will gut durchdacht sein. Denn:

… Wir müssen aufhören zu labern und auf jeden Fall strategisch verfahren / Den Feind beobachten und dann ganz langsam enttarnen / Wörter sind wie der Wind und laut sprechen die Taten… (Germ; Adriano - Letzte Warnung!)

Einen ausführlichen Bericht über den Besuch Belafontes bei der Stiftung gibt es hier:

Meeting Harry Belafonte

Tuesday, den 2. February 2010

(v.l.n.r.) QuietStorm, Harry Belafonte, Tyron Ricketts, Adé Bantu

(v.l.n.r.) QuietStorm, Harry Belafonte, Tyron Ricketts, Adé Bantu

Alle reden über Haiti. Und das ist richtig.

Friday, den 15. January 2010

Torch (Foto: Christoph Goeckel)

Torch (Foto: Christoph Goeckel)

“Haiti darf nicht erst zum Trend werden, wenn es zu spät ist!” Für Torch, der Familie und Freunde in Haiti hat, ist klar, dass jetzt gehandelt werden muss - sofort. Er fragt: “Was macht Herr Westerwelle eigentlich in Asien? Außenpolitik findet doch gerade auf Haiti statt.”

Auf www.marasa.org, ein Hilfsnetzwerk für Haiti, bei dem Torch sich selbst engagiert, gibt es eine Auflistung von Organisationen und Konten, an die gespendet werden kann.

Und Torch ruft dazu auf, es ihm nachzumachen, zu telefonieren; beim Auswertigen Amt, den FDP und CDU-Zentralen anzurufen und Fragen zu stellen (Kontakte siehe unten): Wie kann man helfen? Wo und wie sind/werden die Hilfsstationen in Haiti aufgestellt sein? Was geschieht langfristig? “Fragt nach, was genau unternommen wird, um Haiti zu helfen. Umso mehr Interesse, desto eher und mehr wird geholfen.”

Ansprechpartner sind auch Paketdienste wie UPS oder DHL. Wie lassen sich Hilfspakete nach Haiti schicken? Gibt es eine zentrale Sammelstelle für Hilfspakete? Wie können Pakete verschickt werden, die für eine bestimmte Person/Adresse bestimmt sind?

Die gesammelten Informationen lassen sich über das Internet streuen. Auf Plattformen wie Facebook oder Twitter finden sich jede Menge Seiten, Gruppen und Tweets zum Thema.

Die Politik muss sich interessieren, Deutschland muss sich interessieren – langfristig. Die Nachhaltigkeit der Hilfe ist entscheidend. Haiti, eines der ärmsten Länder der Welt, droht der absolute Kollaps.

Die ohnehin marode Infrastruktur des Landes ist komplett zusammengebrochen. Jedes zweite Haus ist zerstört, darunter nicht nur das UN-Gebäude und der Präsidentenpalast, sondern auch Krankenhäuser und  Polizeireviere. Es gibt kein sauberes Wasser und keine Nahrung. Die medizinische Versorgung ist nicht gewährleistet, es droht der Ausbruch von Seuchen.

Die Zeit läuft (ab).

Mehr Infos ua hier:

(more…)

Stay tuned.

Monday, den 14. December 2009

Nun! Offensichtlich ist seit einiger Zeit in diesem Blog nichts Öffentliches passiert. Das heißt jedoch nicht, dass wir nach innen nicht weiterhin fleißig agieren. Zur Entwirrung für Euch die Info, dass wir den Blog derzeit umstrukturieren und es schon bald viel mehr News, News und News an dieser Stelle geben wird. So stay tuned!

Offener Brief / “Es gibt nur einen Grund, Schwarz zu wählen”

Saturday, den 15. August 2009

Zensiertes Wahlplakat der Grünen Kaarst

Zensiertes Wahlplakat der Grünen Kaarst

Es ist Wahlkampf - und es scheint, als sei im Wahlkampf alles erlaubt.
In den letzten Tagen sorgte vor allem ein Plakat mit der Aufschrift “Es gibt nur einen Grund, Schwarz zu wählen” und dem Motiv eines Schwarzen Frauenhinterns, auf dem Weiße Frauenhände liegen, der Kaarster Grünen zurecht für Aufregung. Inzwischen wurde entsprechendes Plakat zurückgezogen, das Bild “zensiert”. Über die genaue Abfolge der Ereignisse, könnt Ihr Euch ua HIER informerien.

Wir haben einen offenen Brief verfasst:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir -der Verein Brothers Keepers- begrüßen Ihre Entscheidung, das Wahlplakat “Es gibt nur einen Grund, Schwarz zu wählen” zurückzuziehen. Dennoch möchten wir Sie (freundlich) darauf hinweisen, dass die entsprechende Begründung für ebendiese “Zensierung” unseres Erachtens genauso einfältig wie kurzsichtig ist.

In Ihrer Erklärung heißt es:

Den Vorwurf des Rassismus und des Sexismus weisen wir entschieden zurück. Weder die NRW-Grünen noch die Kaarster Grünen denken oder handeln rassistisch oder sexistisch, sondern im Gegenteil: Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern, die Gleichstellung und Integration von Menschen unterschiedlicher Herkunft gehören zum Grundkonsens und alltäglichen Handeln unserer Partei.

(more…)