‘Disses‘ Archiv

Amazon verkauft NPD-Bücher

Friday, den 12. June 2009

Auf Recherche eines Journalisten wurde vor einiger Zeit bekannt, dass Amazon die NPD in ihrem Partnerprogramm hat (also Geld über die NPD verdient) und darüber hinaus Bücher des einschlägigen NPD Verlags “Deutsche-Stimme-Verlag” verkauft. Aufgrund zahlreicher Proteste wurde inzwischen zwar die Zusammenarbeit beendet, die entsprechenden Bücher befinden sich aber weiterhin im Sortiment des Internethändlers. Begründung ist, dass Amazon mit der Verbreitung und dem Verkauf entsprechender Publikationen nicht gegen geltendes Recht verstoße - es gebe eine Nachfrage dafür, die Amazon befriedigen wolle.

Unserer Meinung nach ist eine solche Haltung untragbar und wir bitten Euch darum, dem Aufruf von “Kein Bock auf Nazis”, sich bei Amazon zu beschweren, zu folgen! Telefonisch könnt Ihr euch unter 08 00-2 62 96 63 bei der Kundenhotline von Amazon melden, postalisch funktioniert das per Brief an Amazon.de, Kundenbetreuung,   Moosacher Str. 51, 80809 München. Eine Briefvorlage sowie eine Anleitung zur Gesprächsführung bei telefonischem Kontakt findet Ihr bei keinbockaufnazis.de (klick HIER).

Also, auf zum Telefon oder Schreibtisch!

Mehr Infos gibt es unter anderem hier:

Vorwürfe gegen die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS)

Wednesday, den 6. May 2009

In einer Presseerklärung vom 4. Mai erhebt der Antidiskriminierungsverband Deutschland (advd) schwere Vorwürfe gegen die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) Martina Köppen. Mit ihrem Verhalten, Aussagen sowie der Schwerpunktsetzung ihrer Arbeit verhöhne sie die Erfahrung der von Diskriminierung Betroffenen in Deutschland. Die ADS werde entsprechend ihrem eigentlichen gesetzlichen Auftrag, auf unabhängige Weise, Maßnahmen zur Verhinderung und Beseitigung von Benachteiligung zu ergreifen sowie Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, nicht gerecht. Dabei machen aktuelle Studien deutlich, dass die Dunkelziffer rassistisch motivierter Straftaten, Belästigung und Diskriminierung weitaus höher anzusetzen ist, als amtliche Statistiken aufzeigen. Ein Richtungswechsel des ADS ist damit von aller höchster Dringlichkeit.

Die ganze Pressemeldung HIER!

Alberto Adriano Gedenkstätte geschändet

Thursday, den 5. March 2009
Alberto Adriano Gedenkstätte (2008) / Foto: mut gegen rechte gewalt/Kulick

Alberto Adriano Gedenkstätte (2008) / Foto: mut gegen rechte gewalt/Kulick

Anfang März wurde im Dessauer Stadtpark die Gedenkstätte für “Alberto Adriano” beschädigt. Nach einem Hinweis erstatteten Mitarbeiter des Multikulturellen Zentrum Dessau eV Anzeige. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Alberto Adriano wurde an Pfingsten 2000 in Dessau von drei Neonazis brutal zusammengeschlagen und starb an den Folgen seiner Verletzungen. Er hinterließ eine Ehefrau und drei Kinder - eine Familie, die nicht nur lernen musste, ohne Vater und Ehemann zu leben sondern zugleich verstehen musste, dass er einzig und allein starb, weil er ein Schwarzer war.

Die Ermordung von Alberto Adriano war die Initialzündung für Brothers Keepers. Der Musiker und Aktivist Adé Bantu versammelte im Herbst 2000 Künstler und Gleichgesinnte, um in Gedenken gemeinsam die Single “Adriano (Letzte Warnung!)” aufzunehmen und parallel einen Verein zu gründen, der sich gegen Rassismus und Rechtsextremismus wendet.

Das Mulitkulturelle Zentrum Dessau veranstaltet seit dem tödlichen Übergriff auf Alberto Adriano jährlich einen “Tag der Erinnerung” im Stadtpark Dessau, dem Ort des Geschehens. In diesem Jahr findet der Tag am 11. Juni 2009 statt.


Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen

Thursday, den 5. March 2009
Antirassistische Initiative eV - Dokumentationsstelle

Antirassistische Initiative eV - Dokumentationsstelle

Seit wenigen Tagen ist die 16. aktualisierte Ausgabe der Dokumentation “Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen (1993 - 2008)” der Antirassistischen Initiative eV - Dokumentationsstelle erschienen und im Internet zu bestellen.

Inhalt und Schwerpunkt der Dokumentation sind verletzte oder tote Flüchtlinge, die ohne die rassistische Sondergesetzgebung der BRD oder den Rassismus der Gesellschaft unversehrt überlebt hätten. Die Dokumentation zeigt in circa 5000 Einzelgeschehnissen die Auswirkungen des staatlichen und gesellschaftlichen Rassismus auf die Betroffenen.

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“Deutschland schiebt Deutschen ab”…

Friday, den 27. February 2009

… lautet der Titel eines taz-Artikels vom 19. Februar. Aber lest selbst!

Ein Auszug:

(…) Die vergangenen 18 Jahre hatte Gerson Liebl, 46, nur ein Ziel im Leben. Er wollte Deutscher werden, ganz offiziell. Er war sich sicher, er habe ein Recht darauf. Doch die Behörden verwiesen auf alte Gesetze, die heute rassistisch wirken. Liebl ist in Togo geboren. Seine Haut ist dunkel. Die Behörden glaubten nicht, dass so einer Recht auf einen deutschen Pass hat. Doch Liebl blieb stur, bis zur Abschiebung.

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Polizeigewalt in Österreich

Monday, den 23. February 2009
Michael B. / Foto: Kurier/Boroviczeny

Michael B. / Foto: Kurier/Boroviczeny

In der vergangenen Woche entfachte der “Fall Mike B.” in unserem Nachbarland eine erneute Diskussion über Polizeigewalt gegenüber Afros in Österreich. Der Lehrer Mike B. war von zwei Polizisten in Wien verprügelt worden. Grund für den brutalen Übergriff war paradoxerweise eine Verwechslung - die Zivilbeamten hielten Mike B. für einen Drogendealer. Ihr mehr als grobes Vorgehen ist damit jedoch nicht zu rechtfertigen. Ohne sich auszuweisen, hatten sich die Beamten auf Mike B. gestürzt, als dieser aus der U-Bahn stieg, drückten ihn zu Boden und schlugen auf ihn ein. Er erlitt schwere Prellungen und musste mehrere Tage im Krankenhaus behandelt werden. Auch seine Freundin wurde, bei dem Versuch zu helfen, leicht verletzt.

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