“HipHop – Quo Vadis?” oder: Das Schweigen ist gebrochen!
Friday, den 12. October 2007Im Juli startete die Online-Petition “Das Schweigen brechen – Rassismus und Sexismus im deutschen HipHop”. Neben zahlreichen prominenten Unterstützern wie Smudo, Dr. Wolfgang Thierse oder Hans-Jürgen Massaquoi haben sich bisher knapp 4.000 Menschen an der Aktion beteiligt und mit ihrer Unterschrift ein deutliches Zeichen gesetzt.

In Anlehnung an die Petition hatte Brothers Keepers e.V. mit dem Medienpartner Musikwoche und der Amadeu Antonio Stiftung am 21. September zu einer Pressekonferenz auf die Musikmesse Popkomm nach Berlin geladen. Unter dem Titel “HipHop – Quo Vadis?” diskutierten Murat Güngör (Autor), Torch (HipHop Artist/BK), Ramin Bozorgzadeh (Groove Attack), Adé Bantu (Musiker/BK), Abisara Machold (Sängerin/Soz.Wiss.), Marcus Staiger (Royal Bunker), Daniel Köhler (Juice) und Noah Sow (Autorin/Musikerin/Der Braune Mob) über die gegenwärtigen Entwicklungen im deutschsprachigen HipHop. Die Moderation übernahm Manfred Gillig, Chefredakteur des Branchenmagazins Musikwoche. Mit der Begründung, sich nicht als relevante Akteure in einer solchen Diskussion zu sehen, hatten die Geschäftsführung/Künstler von Aggro Berlin wie auch die Chefredaktion der Bravo HipHop Spezial leider abgesagt.
Gestritten wurde trotzdem - vor allem darüber, wo die Grenze für Rassismus und Sexismus im Rap verlaufe, welche Rolle die Medien und auch die Musikindustrie spielen und inwieweit der “deutsche Gangsta-Rap” vielleicht doch als eine “Kritik der Unterschicht” bewertet werden könne. Einig war man sich hingegen, dass auf allen Ebenen mehr Verantwortung übernommen werden müsse. Staiger kommentierte die Absage von Aggro Berlin - nicht ins Mikrofon, aber dennoch hörbar - als “feige”. Wenn 20.000 Kids auf Festivals “Der N.” schreien, dürfe dies nicht unkommentiert bleiben, konstatierte Torch. Letztlich betonten alle Beteiligten, dass es besonders wichtig sei, andere Formen des Rap zu fördern und darüber hinaus mehr Diskussionen mit ALLEN Verantwortlichen und unter Einbeziehung der Konsumenten zu führen. Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist mit der Petition und der daraus resultierenden öffentlichen Diskussion getan. Weitere Aktionen werden in 2008 folgen.
Die komplette „HipHop – Quo Vadis?“-Diskussion als Audio-Datei zum Anhören - hier
