Initiative in Gedenken an Oury Jalloh ruft auf zur bundesweiten Demonstration am 2. August 2008 in Dessau!
Treffpunkt: 13 Uhr - Hbf Dessau - Mobilisierungsvideo mit Mumia Abu Jamal
In einer Pressemeldung vom 13. Juni kündigt die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh ihren Rücktritt aus dem Prozess um den mysteriösen Tod des Sierra Leoners an. Gleichzeitig gilt es, unter dem Motto
Oury Jalloh — das war Mord!
weiterhin die Forderung BREAK THE SILENCE!
Wahrheit! Gerechtigkeit! Entschädigung!
durchzusetzen und auf drei angesetzten Kundgebungen vor dem Dessauer Landgericht Position zu beziehen.
Oury Jalloh verbrannte im Januar 2005 qualvoll in Dessauer Polizeigewahrsam - er wurde zuvor an Händen und Füßen auf dem Boden einer Zelle gefesselt, in der kurze Zeit später ein Feuer ausbrach. Am 27. März 2007 begann vor dem Landgericht Dessau der Prozess um den Tod von Jalloh. Der zuständige Dienstgruppenleiter muss sich wegen Körperverletzung mit Todesfolge verantworten, der mitangeklagte Kollege wegen fahrlässiger Tötung. Nun neigt sich der Prozess seinem Ende und vermutlich wird niemand für den Tod zur Verantwortung gezogen.
Die Kundgebungen finden jeweils am Montag, den 16. Juni, Freitag, den 4. Juli und Donnerstag, den 31. Juli um 9.00 Uhr vor dem Landgericht Dessau statt.
Ein Hilferuf gegen den Versuch von Dessauer Behörden, die berufliche Existenz des engagierten Guineers Mouctar Bah zu zerstören, weil er protestiert, seitdem sein Freund Oury Jalloh unter mysteriösen Umständen in einer Dessauer Polizeizelle verbrannte.
Am Morgen des 7. Januar 2005 wird der sierra-leonische Asylbewerber Oury Jalloh von der Dessauer Polizei aufgegriffen und in Gewahrsam genommen. Dabei wird Oury Jalloh an Händen und Füßen mit Ketten auf dem Boden einer Zelle gefesselt. Aus ungeklärter Ursache bricht vier Stunden später in seiner vollständig gefliesten Zelle ein Feuer aus. Die diensthabenden Polizisten stellen dreimal den Feueralarm ab, statt Jalloh zur Hilfe zu kommen.
Mit einer Werbekampagne versucht sich das Land Sachsen- Anhalt als “aktiv gegen Fremdenfeindlichkeit” darzustellen. Aber als ein Asylbewerber unter ungeklärten Umständen qualvoll im Dessauer Polizeigewahrsam verbrannte, musste erst ein Freund des Flüchtlings, selbst ein Afrikaner, den Fall an die Öffentlichkeit bringen. Erst dann kam die Justiz so unter Druck, dass eien Untersuchung des Falls begann.