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Das Schweigen brechen

Monday, den 2. July 2007

Unterstütze mit deinem Namen die Brothers Keepers Petition

Kommerziell erfolgreicher deutscher HipHop zeichnet sich immer mehr durch rassistische, Gewalt verherrlichende und obszön-frauenfeindliche Inhalte aus. Als Verein und Künstlerzusammenschluss, der sich gegen Rassismus und für Gleichberechtigung engagiert, sehen wir diese Entwicklung der letzten Jahre mit wachsender Besorgnis. Es ist höchste Zeit, zu reagieren und einen gesamtgesellschaftlichen Diskurs anzustoßen.

Seit dem 2. Juli steht die Brothers Keepers-Petition “Das Schweigen brechen” auf unserer Homepage. Schon im Vorfeld haben sich viele Prominente aus der Entertainmentbranche und Politik mit ihrer Unterschrift an der Aktion beteiligt, darunter beispielsweise die Parlamentarische Staatssekretärin a.D. Marieluise Beck MdB, der Publizist und Autor Roger Willemsen, der Filmemacher Züli AladaÄŸ (”Wut”) oder Smudo von den Fantastischen Vier. Smudo: “Bei Rassismus hört die künstlerische Freiheit auf. Jeder Künstler hat eine gesellschaftliche Verantwortung.”

Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, war das im Frühsommer erschienene Album “Neger Neger” des afrodeutschen Rappers B-Tight (aka Bobby Dick) aus dem Hause Aggro Berlin/Groove Attack. Sowohl der Albumtitel als auch B-Tights sexistisch-pornografische Liedtexte und die flankierende Werbekampagne sind für uns nicht hinnehmbar: Seit der Veröffentlichung des B-Tight Albums kleben überall in deutschen Großstädten Werbe-Sticker mit der Aufschrift “Neger Neger”.

Der Begriff “Neger” ist eine rassistische Beleidigung. “Wir lehnen die Verwendung des N-Wortes, egal ob als Fremd- oder Selbstbezeichnung, ab - genauso wie jegliches frauenfeindliches Vokabular”, so Adé Bantu. “Die Auswirkungen rassistischer und sexistischer Gewalt durch Sprache dürfen nicht unterschätzt werden, ihre Verbreitung über Tonträger und Medien lassen sich nicht durch die viel zitierte künstlerische Freiheit rechtfertigen.”

Durch die Petition angesprochen werden sollen die Verantwortlichen in der Musikindustrie – die Plattenfirmen, Labels und Vertriebe – genauso wie Vertreter aus Medien und Politik und natürlich auch die Mitglieder der deutschen Hip Hop Community – sowohl die Künstler als auch die Konsumenten.

Es ist höchste Zeit, gesamtgesellschaftlich Verantwortung zu übernehmen und Position zu beziehen. Klicke hier und setze mit deinem Namen ein eindeutiges Zeichen. I Am My Brother’s Keeper!

Hier geht’s zur Petition.
Hier geht’s direkt zur Unterschriftenliste

Rückblick – Brothers Keepers e.V. in Aktion

Tuesday, den 26. June 2007

Laut gegen Nazis

Laut gegen Nazis!Am 27. Juni wurde es auf der Peißnitzinsel in Halle/Saale Laut gegen Nazis

Neben zahlreichen Künstlern wie Madson oder Rolf Stahlhofen (Söhne Mannheims) standen Sister Mariama und die Brothers Keeper Adé Bantu, unterstützt von der legendären Afrobeat Academy Band, Germ, Ono und DJ Grizzly Adams auf der Bühne, um ihre Stimmen gegen braunes Gedankengut und rechte Gewalt zu erheben. Spontan kam auch noch Smudo (Fantastische 4) mit dazu und gemeinsam mit dem Publikum wurde deutlich, dass Gewalt nicht nur mit Gegengewalt begegnet werden kann, sondern auch durch kreativen Widerstand.

Ein Thema, was bereits am Vormittag mit Schülern 8., 9. und 10. Klasse heftig diskutiert wurde. Brothers Keepers e.V. war zu Gast an der Sekundarschule Wittekind, die Künstler Adé Bantu, Germ, Mariama und Abisara gingen in die Klassen und erfuhren mehr über den Alltag der Hallenser Jugendlichen. Deutlich wurden eine gewisse Ratlosigkeit im Umgang mit den Rechten und die Angst vor ihrer Gewaltbereitschaft. Deutlich wurde aber auch der Wille, etwas dagegen zu tun - zum Beispiel mit einem Konzertereignis wie Laut gegen Nazis.

Brothers Keepers e.V. auf dem Roncalliplatz

Roncalli-Platz BackstageAm 7. Juni fand im Rahmen des 31. Evangelischen Kirchentages (6.-10. Juni) und unter dem Motto “Die Macht der Würde - Globalisierung neu denken” eine zentrale Veranstaltung auf dem Roncalliplatz direkt am Kölner Dom statt. Neben zahlreichen prominenten Rednern wie Erzbischof Desmond Tutu aus Südafrika oder Kirchentagspräsident Dr. Reinhard Höppner sorgte Brothers Keepers e.V. für die musikalische Untermalung und präsentierte live on Stage Donabi, Nneka, Bantu und special guest Katja Riemann, begleitet von der Afrobeat Academy Band. Ein exklusives Konzertereignis, zu dessen Abschluss noch einmal alle auf die Bühne kamen, um gemeinsam mit dem Publikum und spontaner Unterstützung von Rolf Zacher, Rolf Stahlhofen und Brothers Keeper Snipe Bob Marleys “Get Up Stand Up” als Zeichen des kreativen Widerstands in die Welt hinaus zu tragen.
Brothers Keepers e.V. erhält Africa Festival Award 2007

Adé Bantu nimmt Festival-Award entgegenVom 25. bis 28. Mai 2007 Mai war Africa Festival in Würzburg und zu unserer überraschung erhielt Brothers Keepers e.V. für das Engagement gegen Rassismus und die Entwicklung und Stärkung der afrodeutschen Identität sowie ihre Verankerung als Teil der deutschen Gesellschaft den Africa Festival Award 2007 bei der Eröffnungsveranstaltung. Als Initiator und Gründer des Musikprojektes und des Vereins nahm Adé Bantu - deutlich gerührt - den Preis entgegen und erinnerte daran, dass Rassismus und Furcht vor Rassismus in diesem Jahrtausend nicht mehr vertretbar seien. Jeder Einzelne habe die Möglichkeit etwas zu tun. Was er damit meint, wurde nicht nur durch den YES I AM!-Film, der während des Festivals gleich zweimal gezeigt wurde, deutlich, sondern auch auf dem Panel, bei dem unter anderem er selbst und Sängerin Mariama unter dem Titel “Fremd in der Heimat - Leben als Afrodeutscher” angeregt mit den etwa 300 Zuschauern diskutierten und Position als Afros in Deutschland bezogen.

Hier geht es zu einem Live-Mitschnitt der Diskussion.

Festakt “Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage”

Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage / HürthIm Rahmen eines großen Festaktes wurde das Albert-Schweitzer-Gymnasium/Hürth am 23. Mai mit der Plakette des Projektes “Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage” ausgezeichnet. 95 Prozent aller Schüler und Lehrer haben sich mit einer Unterschrift gegen Rassismus und Intoleranz ausgesprochen. Als Paten waren neben FC Köln Trainer Christoph Daum auch Adé Bantu, Donabi und Mariama in Vertretung für Brothers Keepers e.V. mit dabei. Und da es schließlich auch etwas zu feiern galt, gab es von den Dreien zum Abschluss ein musikalisches Statement. Die Schüler des Albert Schweitzer Gymnasiums haben eindeutig Position bezogen – bleibt, dass ihnen viele andere folgen.