Preisverleihung zum Brothers Keepers HipHop- und Lyrikwettbewerb
Am 26. März war es endlich soweit: Zum Finale des Brothers Keepers HipHop- und Lyrikwettbewerbs und vor dem Hintergrund der Woche der Solidarität mit den gegen Rassismus und Rassendiskriminierung kämpfenden Völkern hatte Brothers Keepers e.V. in Kooperation mit der Amadeu Antonio Stiftung zum exklusiven Abschlussevent mit Preisverleihung und Podiumsdiskussion in die Berliner Stiftungsräume geladen. Durch das Programm führten Hadnet Tesfai von Radio Fritz und Mekonnen Mesghena von der Heinrich Böll Stiftung. Jazzsängerin Chinaza sorgte gemeinsam mit Pianist Sebastian Weiß für die musikalische Unterhaltung und Essy Agboli-Gomado vom Verein Brücke zu Togo bewirtete die rund 60 Gäste mit afrikanischen Spezialitäten.
Anlässlich des 21. März, dem Internationalen Tag zur Beseitigung der Rassendiskriminierung und dem Welttag der Poesie, hatte Brothers Keepers e.V. dazu aufgerufen, kreativ seine Stimme gegen “Rassenhass” und Diskriminierung und für ein faires Miteinander zu erheben. Im Rahmen des großen Brothers Keepers HipHop- und Lyrikwettbewerbs konnten selbst produzierte HipHop-Tracks und/oder Gedichte eingeschickt werden. Von Mitte Dezember 2006 bis Mitte Februar 2007 erreichten uns über 200 HipHop-Tracks und Gedichte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Jury, Schauspielerin Katja Riemann, Schauspieler Birol Ünel, Dr. Thomas Wohlfahrt (Literaturwerkstatt Berlin), Christian Bangel (Die Zeit Zünder), Marc Leopoldseder (Juice-Magazin), HipHop-Artist Clueso sowie die Brothers Keeper Torch, Denyo und Germ, hatte in den Kategorien “HipHop” und “Lyrik” jeweils die Qual der Wahl.
Vor der offiziellen Preisverleihung galt es jedoch ernstere Töne anzuschlagen. In ihren Eröffnungsreden betonten sowohl Brothers Keepers Initiator Adé Bantu als auch Claudia Lohrenscheit vom Deutschen Institut für Menschenrechte sowie die Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, Anetta Kahane, wie wichtig es sei, kontinuierlich etwas gegen Intoleranz und Rechtsextremismus zu tun. Die Medien berichteten immer nur dann, wenn es einen “grausamen” Aufhänger gebe, dabei seien Rassismus und Diskriminierung noch immer Alltag in Deutschland.

Unter dem Titel “Kreativer Widerstand im Zeitalter der Volksverstummung” diskutierten im Anschluss Anetta Kahane, Katja Riemann, Birol Ünel, Adé Bantu und Torch passend zum Leitgedanken der Veranstaltung. Katja Riemann wies darauf hin, dass es vor allem die Künstler sein müssten, die mit “kreativem Widerstand” unbequeme Wahrheiten ansprechen und Birol Ünel forderte von jedem Einzelnen ein drastischeres Eintreten gegen Rassismus: “Ich bin da eher Rockn Roller!” Hip Hop-Legende Torch, der selbst beim Einkaufen, CDs von ambitionierten Rap-Artists zugesteckt bekommt, ließ sich darüber aus, dass er Zeilen wie “Wir ficken die Charts” nicht mehr hören könne und appellierte an junge Künstler, mehr Inhalte in ihre Texte zu bringen - und das nicht nur, weil er als Zuhörer endlich wieder ernst genommen werden wolle.
Dass es auch anders geht, wurde bei der anschließenden Preisverleihung deutlich. So heißt es im Siegertrack “Meine Leute” von Crunch Time und Killomark: “Es geht an alle Leute in diesem Land / Steht auf, seid stark, wehrt euch / Denn es ist Zeit für Widerstand / Ihr müsst aufstehen, rausgehen, die Faust heben / Bis sie merken, dass wir alle hier gemeinsam zu Haus leben.” Das Siegergedicht “Vaterland” von der 24-jährigen Österreicherin Maria Elisabeth Grundner trieb Laudatorin Katja Riemann sogar die Tränen in die Augen. Als Preis gab es für die Gewinner jeweils ein kunstvolles Bild des international bekannten nigerianischen Malers Chidi Kwubiri im Wert von 600 Euro und eine von den Juroren signierte Urkunde.

Die Gewinner auf einen Blick…
Kategorie “Hip Hop”
- 1. Platz: Meine Leute von Crunch Time & Killomark
- 2. Platz: Willkommen in Ghana von Quichotte & Flo
- 3. Platz: Mach Dir Ein Bild von Slow Mo, re-bug und DJ Madlock
Kategorie “Lyrik”
- 1. Platz: Vaterland von Maria Elisabeth Grundner
- 2. Platz: es war März von Constanze Sannemüller
- 3. Platz: Vom “Er” zum “Du” von Torsten Jäger
… demnächst auch wieder zum Anhören und Lesen