YES I AM!

Adé Bantu

Die Mutter sagte einmal zu mir, wenn es dem ältesten der drei Kinder nicht so gut geht, dann schließt er sich in seinem Zimmer ein und macht ganz laut ‚Adriano (Letzte Warnung)’ an, da habe ich nur gedacht: Es kann nicht besser sein. Du hast das Richtige getan

Adé über den Sohn des ermordeten Alberto Adriano

Adé Odukoya alias Adé Bantu

(Musiker, Produzent, Songwriter und Aktivist) wurde 1971 in London geboren, wuchs in Lagos und Köln auf und lebt heute in beiden Städten. Seine Eltern hatten sich in Berlin kennen gelernt, wo der Vater zu dieser Zeit studierte. 1973 zog die Familie nach Nigeria, Adés Brüder Abiodun und Femi und Schwester Sarah wurden geboren. 1986 erlitt die Familie einen schweren Schicksalsschlag: Bei einem Raubüberfall wurde der Vater im eigenen Haus ermordet. Die Mutter kehrte daraufhin mit den Kindern nach Deutschland zurück.

Anfang der Neunziger fand Adé Bantu im HipHop ein kreatives Ausdrucksmittel. Mit den Bands „Exponential Enjoyment“ und „Weep Not Child“ veröffentlichte er mit die ersten Rap-Alben in Deutschland und gilt somit als einer der Wegbereiter der deutschen HipHop-Szene. Mit seiner Band, dem Musikerkollektiv Bantu, spielt er heute auf zahlreichen Tourneen in Europa und Afrika und erhielt 2005 den Kora Award – den Pan Afrikanischen Grammy – als „Beste Gruppe Afrikas“ und „West Afrikas“. Seine Soundgewebe aus Afrofunk, Afrobeat und HipHop schaffen es stets, einen starken persönlichen und politischen Bezug herzustellen. Für das HipHop Musical „Coloured Children“ wurde er 1998 mit dem „Jugendkulturpreis NRW“ ausgezeichnet, zwischen 1997 und 2000 arbeitete er als Moderator des Sendung „Good Morning Africa“ des English Service der Deutschen Welle. Nach dem Mord an Alberto Adriano initiierte er 2000 das Musikprojekt Brothers Keepers und den gleichnamigen Verein. Adé Bantu: „(…) mit Kritik allein ist es nicht getan. Es bringt nichts, auf große Wunder zu warten, man muss sie erschaffen. Ich fordere kreativen Widerstand von all denen, die sich mit den bestehenden Verhältnissen nicht arrangieren wollen.“ Auch von der Politik wird Adé Bantu regelmäßig als Berater angesprochen: 2006 wurde er von Bundespräsident Köhler nach Schloss Bellvue eingeladen, um bei einem Projekt für Toleranz und Verantwortung für Jugendliche als Pate teilzunehmen. Im August 2007 begleitete er den Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier als Teil einer Kulturdelegation nach Ghana und Nigeria.

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